Silke Schwarz

Jahreswechsel und die guten Vorsätze

Jahreswechsel und die guten Vorsätze

Jedes Jahr wieder aufs neue. Das alte Jahr endet und das neue steht bevor und es muss alles besser werden! Und natürlich gibt es auch wieder tausend gute Vorsätze, die wir uns jedes Jahr neu vornehmen, nur um sie nach kurzer Zeit wieder über den Haufen zu werfen. Das weiß jeder und trotzdem gehört es dazu. Aber muss das so sein? – Nein, es geht auch anders

Zuerst sollten wir uns von einem ganz typischen Denkfehler trennen: Im nächsten Jahr wird alles anders…..

Das einzige, was sich wirklich und bestimmt ändert, ist die Jahreszahl. Alles andere bleibt zunächst mal bestehen wie es ist. Es legt sich nicht um punkt Mitternacht in der Sylvesternacht ein Schalter um, der die Welt ändert. Wenn Du im neuen Jahr etwas anders haben möchtest, dann musst Du was ändern, ansonsten bleibt es zunächst mal bei der Jahreszahl.

Der zweite Punkt in dem wir uns oft irren sind die Vorsätze: Vorsätze halten eh nicht lange……

Das viele Vorsätze nicht lange durchgehalten werden, liegt daran, dass wir es nicht richtig angehen. Mit guten Vorsätzen ins neue Jahr gehen ist ein alter Brauch, weil Menschen eben oft ein Zeichen brauchen, um neues in ihr Leben zu bringen. Eigentlich geht das an jedem Tag im Jahr, aber die meisten Menschen brauchen für sich ein spezielles Datum, das an sich einen Umbruch bedeutet, die neue Woche, der neue Monat und erst recht das neue Jahr. OK, wer das so möchte, kann das tun. Falsch ist es nicht.

Was aber ist falsch und warum funktioniert es oft nicht?

Oft sind es gar nicht unsere eigenen Wünsche, an denen wir arbeiten wollen, sondern ein Impuls von aussen: Fleissiger werden, dem Mann mehr gefallen, Rauchen aufhören, weil alle sagen Rauchen ist schlecht. Seien wir mal ehrlich, wenn wir eines dieser Dinge aus eigenem Antrieb tun würden, hätten wir es schon längst getan. Etwas aber nur zu tun, weil andere es toll finden, ist eine schlechte Motivation und hier ist schon der erste Grund fürs scheitern.

Der zweite Grund, warum wir oft scheitern, ist, dass wir zu viel und zu radikal alles ändern wollen. Es ist ein neues Jahr und ab dem Tag ändert sich das gesamte Leben… Man braucht eine gehörige Portion Willensstärke um das zu schaffen. Diese ist meist auch da, aber sie nimmt mit der Zeit ab, während der liebe und nette Schweinehund sich kurz ausgeruht hat und nun mit voller Kraft wieder da ist. Dann kommt die Abwärtsspirale: Wir schaffen es nicht, sind von uns enttäuscht und haben den nächsten Rückfall, der uns wieder enttäuscht….so lange, bis wir aufgeben.

Aber wie schaffen wir es nun? Wie können wir unsere Vorsätze tatsächlich einhalten?

Einfach in dem wir uns an ein paar Tricks halten:

1. Orientiere Dich an Deinen Wünschen, wenn Du dir etwas vornimmst. Was willst DU erreichen?

2. Nimm Dir nicht zu viel auf einmal vor. Du musst Dich nicht an einem Tag komplett umkrempeln. Setze Dir kleine Ziele und am besten Zeitpunkte, bis wann Du sie erreichen möchtest.

3. Sei realistisch. Ich kann mir vornehmen, abzunehmen, aber ich werde in einer Woche keine 10 Kilo los. Hier zu hoch zu greifen bringt nur Frust und der wiederum verleitet zum aufgeben.

4. Wäle nur Vorsätze, die Du selber beeinflussen kannst und von denen Du auch weisst wie. Wenn ich mir vornehme mehr zu verdienen macht das nur Sinn, wenn ich eine Idee habe, also neuen Job suchen, oder mehr Webung schalten, oder,oder,oder. Was auch immer, aber Du solltest Dir schon vor dem neuen Jahr einen Plan gemacht haben.

Und zu guter Letzt: Vorsätze sind nur dann sinnvoll, wenn sie wirklich überlegt und reflektiert sind. Am besten bereits im Vorfeld das letzte Jahr refelktieren, was war gut und was nicht ? Was hast Du nicht so gut gelöst und was wird besser, wenn Du etwas änderst. Wenn Du das Ziel vor Augen hast, das Du erreichen willst, in dem Du Deinen Vorsatz auch umsetzt, dann ist es viel viel leichter, als einfach ins blaue hinein.

Ich wünsche Dir viel viel Glück im neuen Jahr und Kraft und Willensstärke bei deinen Vorsätzen

Neblige Tage

Neblige Tage

Die letzen Wochen waren ziemlich verregnet, aber am Dienstag schien den ersten Tag die Sonne. Ich bin morgens aufgewacht, bei strahlendem Sonnenschein, einfach schön. Draussen war es frostig, aber es sollte warm werden. 

Als ich meinen Enkel zur Schule gefahren habe, die weiter im Tal liegt, konnten wir schon von oben eine dichte Nebelwand sehen, die das ganze Tal ausfüllte. Wir sind also langsam in die Nebelwand gefahren und als wir an der Schule ankamen, sagte mein Enkel: “Die Armen, die stehen auf und sehen nur den Nebel und denken heute wird wieder so ein fieser Tag und wissen noch gar nicht, dass gleich die Sonne da sein wird. Aber wir wissen das.”

So geht es vielen Menschen, die gerade im Nebel stecken.

Sie sehen nur den Nebel, auch wenn kurz danach die Sonne kommt. Sie verkriechen sich evtl. sogar in Ihrer Wohnung, weil es sich an so einem Tag gar nicht lohnt raus zu gehen. Wenn dann die Sonne kommt, bekommen sie es gar nicht mit, denn sie haben sich ja so tief vor dem Nebel verkrochen.

Dabei hält kein Nebel ewig. Irgendwann kommt immer wieder die Sonne durch. Nur wenn wir mitten im Nebel stehen, vergessen wir oft, dass die wärmende Sonne direkt dahinter verborgen ist. Selbst hinter den dicksten Wolken verbirgt sich die Sonne und sobald sich die Wolken und der Nebel verziehen, kommt die Sonne mit voller Kraft durch, um uns wieder zu wärmen. Wenn wir uns nun aber zu tief verkrochen haben, bekommen wir vielleicht gar nicht mit, dass die Sonne scheint und wenn wir nicht raus gehen, kann sie uns nicht wärmen.

Deshalb sollten wir uns, wenn es uns nicht so gut geht und wir gefühlt im Nebel stehen, zwar etwas dickeres Anziehen und vielleicht auch im Haus bleiben, wenn uns richtig kalt ist, aber immer das Fenster im Auge behalten.

Auch wenn es Euch richtig schlecht geht und Ihr zunächste keinen Ausweg seht. Verkriecht Euch nicht komplett, haltet Kontakt zur Aussenwelt, denn nur so könnt Ihr mitbekommen, wenn es wieder besser wird. Und nie vergessen: Was machen Freunde im Nebel? Sie stehen ganz besonders nah zusammen um sich gegenseitig zu wärmen und nicht zu verlieren 

Positiv ist nicht naiv

Positiv ist nicht naiv

Immer wieder lesen und hören wir, dass wir positiv denken sollen, damit es uns besser geht und wir uns richtig gut fühlen. Aber vielen Menschen ist gar nicht klar, was positives Denken eigentlich bedeutet. Muss ich wirklich jeden Tag wie ein grinsender Pudel durch die Gegend rennen, auch wenn es mir mal nicht gut geht? Und muss ich die ganze Welt durch eine rosa Brille sehen, gedankenlos alles annehmen, ohne zu hinterfragen? Jedem Menschen um den Hals fallen, egal wer oder wie er ist? – NEIN! So sicher nicht.

Vor einiger Zeit bin ich von einer jungen Frau angeschrieben worden, die mir unbedingt ihr Nahrungsergänzungsprodukt verkaufen wollte. Dazu kann jetzt jeder seine eigene Meinung haben, die ich hier nicht diskutieren möchte, ich jedenfall bin da nicht überzeugt. Ich gehöre aber auch zu den Leuten, die nicht einfach ablehnen, sondern sich erst mal informieren. Ich habe also besagtes Produkt sehr kritisch hinterfragt und bin dann zu dem Schluß gekommen, dass ich nicht überzeugt bin und nicht kaufen möchte. Das habe ich dann auch so weiter gegeben. Als Reaktion hat besagte Dame meinen Beruf in Frage gestellt. Wie kann ich denn behaupten ein positiver Mensch zu sein und andere positiv beeinflussen wollen, wenn ich selber Dingen soo kritisch gegenüberstehe. Sie hätte mich ja gerne als Coach gebucht, aber da ich so negativ wäre, würde sie davon nun Abstand nehmen. Ohne nun diese Verkaufsstrategie zu beurteilen, liegt hier ein ganz ganz großer Denkfehler vor, denn positives Denken bedeutet nicht, Dinge nicht skeptisch zu hinterfragen. Ich kann meinen gesunden Menschenverstand auch behalten, wenn ich mich entschieden habe positiv zu denken.

Positives Denken bedeutet einfach, das Negative im Leben nicht überzubewerten und den Fokus auf das Positive zu legen. Wenn ich nun z.B. in Urlaub fahre und es regnet viel, dann kann ich mich in mein Hotel/Wohnwagen etc. verkriechen und über das Wetter jammern, weil es immer schlecht ist, wenn ich Urlaub habe und ich überhaupt immer nur Pech habe. Ich kann aber auch, und genau das bedeutet positives Denken, mich an der schönen, fremden Umgebung erfreuen und überlegen, was man bei Regen machen kann, ein Museum suchen, ein Wellnessbad etc. Es gibt schliesslich auch Dinge, die man Indoor machen kann. Deshalb muss ich nicht unbedigt in strömenden Regen und vielleicht noch Unwetter rumtanzen und singin in the rain trällern. Es ist eifach auch hier, wie bei allem eine Frage des richtigen Masses.

Auch sehr positive Menschen haben schlechte Tage und leiden. Der Verlust eines geliebten Menschen oder Tieres, der Verlust des Partners, finanzielle und gesundheitliche Probleme und einiges anderes, ziehen auch einen positv denkenden Menschen runter. Nur sieht er eben auch den Silberstreifen am Horizont. Positiv Denken heisst also nicht, keine Probleme haben, sondern zu Wissen, dass es auch wieder besser wird und es immer eine Lösung gibt, auch wenn man sie im Moment nicht sieht.

Positiv Denken heisst offen sein, nicht naiv sein.

Urlaub vom Leben

Urlaub vom Leben

“Ich möchte ein Leben, von dem ich keinen Urlaub brauche” – Den Satz hab ich in letzter Zeit mehrfach gelesen. Aber was bedeutet er eigentlich? Was ist Urlaub vom Leben? Kann man vom Leben Urlaub machen?

Sicherlich ist klar, was mit dem Satz gesagt werden soll, nämlich einfach ein Leben führen, das ausgefüllt ist und Spass macht und nicht zu anstrengend ist. Aber Urlaub vom Leben ist nicht der richtige Begriff, denn Urlaub vom Leben nimmt man eigentlich nur dann, wenn man im Koma liegt und wer will das schon wirklich.

Wenn also nicht vom Leben, wovon brauchen wir dann Urlaub?

Zum einen von unserem Beruf. Das betrifft aber nicht nur die Menschen, die unzufrieden sind mit dem Beruf, sondern alle, denn in den Beruf steckt man Energie und diese muss auch mal aufgeladen werden.

Andere brauchen Urlaub vom Familienalltag, denn dieser ist oft anstrengend und eintönig. Hier geht es meist darum, eine Routine zu durchbrechen und neue Impulse und Eindrücke zu bekommen.

Es gibt noch einige weitere Punkte, von denen man Urlaub braucht…..von Problemen, vom Nachdenken etc.

Diesen Urlaub brauchen aber wirklich alle, auch die, die absolut zufrieden und glücklich sind, denn Energien müssen einfach immer mal wieder aufgeladen werden ( Hierzu schreibe ich morgen noch mal etwas ), Es muss aber keine riesige Reise sein, ein Urlaub ist auch ein Wellnesstag in der Sauna oder ein Tag im Kletterwald, eine Hypnose oder einfach ein gutes Buch….Kurz alles, was uns einen Moment abschalten lässt und unsere Gedanken in eine andere Richtung lenkt.

Übrigens ist eine längere Reise absolut ungeeignet um Problemen zu entfliehen oder einer stressigen Situation, denn zum einen ist es schwer abzuschalten und spätestens wenn man nach Hause zurück kommt sind auch alle Probleme wieder da. Sie warten ganz geduldig.

Achtsamkeit

Achtsamkeit

Ein ganz ganz wichtiges Thema, das ich gestern schon kurz erwähnt habe, ist die Achtsamkeit sich selber gegenüber. Leider fällt genau die vielen Menschen sehr sehr schwer. Die meisten Menschen achten auf hre Mitmenschen, ihre Kinder, ihren Partner. Wir tun alles, damit es den Lieben gut geht und umsorgen sie liebevoll und das ist auch vollkommen in Ordnung, nur dürfen wir dabei einen Menschen nicht vergessen: uns selber! Und genau das tun viele von uns.

Gerade Frauen haben gelernt, wie wichtig es ist, die Familie zu versorgen und auf die Kinder zu achten. Da wir unsere Kinder lieben machen wir das ja auch gern und mit besonderer Hingabe. Wir stecken gern zurück, nur damit es der Familie nicht so gut geht. “Ich bin nicht so wichtig, hauptsache die Kinder sind glücklich” Kommt Dir das bekannt vor? Ich höre den Satz sehr oft. Er ist ebenso beliebt wie falsch.

Wer schon mal geflogen ist, kennt die Sicherheitsdurchsagen vor dem Start. Hier bekommt man unter anderem gesagt, man solle im Notfall erst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen und erst dann anderen helfen. Ist auch logisch, wenn wir selber keine Luft haben, können wir nicht mehr vielen helfen.

Genau so ist es eigentlich im ganzen Leben. Erst müssen wir auf uns selber achten, dann können wir den anderen helfen und sie unterstützen. Deshalb ist es so wichtig, auf sich selber zu achten. Ab und zu mal inne zu halten, durchatmen und uns fragen, was wir im Moment brauchen. Einfach mal beobachten, was wir benötigen. Wie geht es mir heute? Was brauche ich heute? Und dann erst mal das wichtigste für uns tun. Wenn es uns gut geht und wir glücklich sind, können wir so viel mehr geben, als wenn wir einfach nur funktionieren.

Deshalb nehmt Euch selbst wichtig und achtet auf Euch!